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A
AMPreisV (Arzneimittelpreisverordnung)
Die Rechtsverordnung zur Bestimmung der Preise und Spannen für Arzneimittel. Sie legt unter anderem fest, wie Apotheken Extrakte oder unverarbeitete Rezepturen für die Abgabe an Patienten preislich berechnen müssen.
B
Beta-Caryophyllen
Ein primäres Terpen in Cannabis mit einem scharfen, pfeffrigen und holzigen Aroma, das auch in vielen Speisewürzen vorkommt. Es ist das bisher einzig bekannte Terpen, das direkt an den Cannabinoid-Rezeptor CB2 bindet und dadurch fast wie ein Cannabinoid wirkt.
Wirkung: Stark entzündungshemmend, schmerzlindernd, angstlösend und magenschützend.
Besonderheit: Da es ausschließlich an CB2-Rezeptoren andockt, entfaltet es seine ausgeprägten medizinischen Effekte vollkommen ohne berauschende Nebenwirkungen. Vorkommen: Neben Cannabis vor allem in schwarzem Pfeffer, Nelken, Zimt, Oregano und Basilikum.
C
Cannabis (Cannabis sativa / Cannabis indica)
Eine traditionelle Heil- und Nutzpflanze, deren Blüten und Extrakte in der Medizin zur Behandlung schwerwiegender Erkrankungen eingesetzt werden. Die Hauptwirkstoffe sind die Cannabinoide THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol). Seit März 2017 können Ärzte in Deutschland Cannabismedizin auf Rezept verordnen; mit dem Medizincannabisgesetz (MedCanG) von 2024 wurde Cannabis rechtlich aus dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) herausgelöst, wodurch die Verschreibung in der Regel auf einem normalen Rezept (Privat- oder Kassenrezept) erfolgt.
Cannabisextrakte
Flüssige oder dickflüssige Auszüge aus der Cannabispflanze, bei denen die Wirkstoffe wie THC und CBD sowie Terpene herausgelöst werden. Sie ermöglichen eine sehr exakte, stufenlose Dosierung (z. B. tropfenweise oder über spezielle Inhalatoren) und bieten eine gleichbleibende Wirkstoffkonzentration. Bei gesetzlichen Krankenkassen gelten Extrakte im Vergleich zu Blüten oft als vorrangig zu verordnen.
D
DAB-Monographie
Regelung im Deutschen Arzneibuch (DAB). Sie definiert die exakten Qualitätsstandards, Prüfverfahren und Reinheitsanforderungen, die Cannabisblüten oder -extrakte erfüllen müssen, um als Arzneimittel zu gelten.
E
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F
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G
GKV-BStabG
Das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz. Es beinhaltet gesetzliche Vorgaben für die Verordnung von Cannabis als Medizin und räumt Fertigarzneimitteln einen Vorrang vor Individualrezepturen oder Blüten ein.
Genehmigungsvorbehalt (§ 31 Abs. 6 SGB V)
Das gesetzliche Recht der Krankenversicherung, vor der ersten Verordnung von Cannabismedizin die Kostenübernahme zu prüfen. Nach der Erstgenehmigung ist bei Dosisanpassungen oder Wechseln auf verwandte Präparate oft keine erneute Genehmigung mehr nötig.
H
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I
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J
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K
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L
Limonen
Ein primäres Terpen in Cannabis mit frischem, zitrusartigem Aroma, das auch in den Schalen von Zitrusfrüchten vorkommt. Es zeichnet sich durch eine sehr hohe Bioverfügbarkeit aus und entfaltet im Zusammenspiel mit Cannabinoiden vielfältige medizinische Eigenschaften.
Wirkung: Stimmungsaufhellend, angstlösend, entzündungshemmend und stressreduzierend.
Besonderheit: Kann die Aufnahme anderer Terpene und Cannabinoide über die Haut sowie die Blut-Hirn-Schranke verbessern.
Vorkommen: Neben Cannabis vor allem in Zitronen, Orangen, Graperfruits und Wacholder.
Linalool
Ein sekundäres Terpen in Cannabis mit einem blumigen, leicht holzigen Duft, der stark an Lavendel erinnert. Es ist bekannt für seine ausgeprägte beruhigende Wirkung auf das zentrale Nervensystem und spielt eine wichtige Rolle bei schmerzlindernden und angstlösenden Cannabis-Sorten.
Wirkung: Beruhigend, angstlösend, schmerzlindernd, entzündungshemmend und krampflösend.
Besonderheit: Dämpft die neuronale Erregbarkeit im Gehirn und kann dadurch Stressreaktionen reduzieren sowie den Schlaf fördern.
Vorkommen: Neben Cannabis reichlich vorhanden in Lavendel, Koriander, Basilikum und Lorbeer.
M
Myrcen
Das am häufigsten in Cannabis vorkommende Terpen mit einem erdig-würzigen, leicht fruchtigen Nelkenaroma. Es bestimmt maßgeblich die Wirkungsrichtung einer Cannabissorte und verstärkt die Aufnahme von Cannabinoiden im Gehirn.
Wirkung: Schmerzlindernd, entzündungshemmend, stark beruhigend und muskelentspannend.
Besonderheit: Erhöht die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke für THC, was zu einem schnelleren und intensiveren Wirkungseintritt führt.
Vorkommen: Neben Cannabis vor allem in Hopfen, Mangos, Thymian, Lemongras und Lorbeerblättern.
N
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O
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P
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Q
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R
Retaxation (Retax)
Das nachträgliche Bestreiten oder Kürzen der Kostenerstattung durch die Krankenkasse gegenüber der Apotheke wegen formeller oder inhaltlicher Rezeptfehler. Aus Angst vor Retaxationen prüfen Apotheken Cannabisrezepte oft extrem streng.
S
§ 31 Abs. 6 SGB V
Die maßgebliche Paragrafen-Grundlage im Fünften Buch Sozialgesetzbuch für den Anspruch gesetzlich Versicherter mit einer schwerwiegenden Erkrankung auf Versorgung mit Cannabis in Form von Extrakten oder Blüten.
T
Terpene Aromatische Kohlenwasserstoffe, die natürlich in der Cannabispflanze vorkommen und für deren charakteristischen Geruch und Geschmack verantwortlich sind. Sie wirken synergetisch mit Cannabinoiden (Entourage-Effekt) und beeinflussen die medizinische Wirkung.
Die wichtigsten Terpene in der Cannabismedizin:
Myrcen: Wirkt schmerzlindernd, muskelentspannend und stark beruhigend („Couch-Lock“-Effekt).
Limonen: Besitzt eine stimmungsaufhellende, angstlösende und entzündungshemmende Wirkung.
Pinene (Alpha- & Beta-Pinen): Wirkt entzündungshemmend, bronchienerweiternd und kann der Vergesslichkeit durch THC entgegenwirken.
Beta-Caryophyllen: Das einzige Terpen, das direkt an den CB2-Rezeptor bindet; wirkt stark entzündungshemmend und schmerzlindernd.
Linalool: Bekannt für seine schmerzlindernde, beruhigende und angstlösende Wirkung.
THC (Tetrahydrocannabinol)
Hauptsächlich für die psychoaktive Wirkung verantwortliches Cannabinoid der Pflanze, das an die CB1- und CB2-Rezeptoren des körpereigenen Endocannabinoid-Systems bindet.
Wirkung: Schmerzlindernd, muskelentspannend, appetitanregend, entzündungshemmend und stimmungsaufhellend.
Besonderheit: Unterliegt in der Medizin exakten Dosierungsvorgaben; die berauschende Wirkung kann durch die gleichzeitige Gabe von CBD oder bestimmten Terpenen abgemildert werden.
Vorkommen: In den Drüsenhaaren (Trichomen) der weiblichen Cannabispflanze.
U
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